| | Steter Tropfen höhlt das Killerspiel
Kategorie Gaming, erstellt am 26.08.2008 von Christian Klaproth
|
|
| |
Was ist es in der letzten Zeit doch herrlich ruhig geworden um die Killerspiel-Debatte? Nagut, die Hersteller müssen die Verpackungen der Spiele mittlerweile mit 12 Quadratzentimeter großen Freigabe-Hinweis-Schildern verschandeln, aber in Zeiten zunehmender Veröffentlichungen als Download, ist das für die Konsumenten sicherlich zu verschmerzen. Vermutlich ist der letzte Amoklauf schon zu lange her, da muss eben mal wieder eine Studie herhalten, um die Anti-Killerspiel-Welle in der vergesslichen Bevölkerung mal wieder ins Gedächtnis zurückzurufen.
Merkwürdig. Die Studie stammt aus Bayern. Kommt da nicht auch der Killerspiel-Stoibär her? Egal, sicherlich reiner Zufall. Und dass die Studie an einer Hauptschule durchgeführt wurde, ist eine Entscheidung, die sicherlich auf hochwissenschaftlichen Analysen basiert ist, um auch ja einen repräsentativen Ausschnitt der (jugendlichen) Gesellschaft zu haben. Schliesslich soll die Studie ja auch aussagekräftig sein. Dass die Gewaltbereitschaft an Hauptschulen höher ist, als an Realschulen und Gymnasien, und das Gewalt dort zum Unterrichtsalltag gehört, sind natürlich nur unbestätigte Vorurteile.
Die Studie kommt also zu dem Ergebnis, dass gewalthaltige Medien (allen voran die Computerspiele) die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden, bei den Hauptschülern gesteigert habe. Ich würde eher vermuten, dass Jugendliche, deren Hemmschwelle, Gewalt anderen Mitmenschen gegenüber anzuwenden, quasi nicht vorhanden ist, auch großen Spaß daran finden, gewalthaltige Computerspiele zu spielen. Ich glaube aber kaum, dass diese virtuellen Taten einen Einfluss auf Entscheidungen im realen Leben haben. Vielmehr schreibe ich es nachwievor einer falschen Erziehung, dem sozialen Umfeld und der fehlenden Vermittlung von Werten zu, dass diese Kinder sozial inkompetent sind und Konflikte vornehmlich per Gewalt lösen.
Bei der Herkunft aus Bayern verwundert es dann auch nicht, dass die Macher der Studie ein Verbot von gewalttätigen Computer- und Videospielen auf politischer Ebene fordern. Also ich für meinem Teil bin noch nie von einem gewalttätigen Spiel attackiert worden. Und erwachsene Menschen einer Zensur auszusetzen, weil unfähige Eltern ihre Kinder nicht erziehen können, kann keine Lösung sein, weil es an dem eigentlichen Problem nichts ändert. Ich fordere eher ein Verbot der Killerspiel-Debatte, weil die senkt meine Hemmschwelle. :) |
|
|
| |