| | Review: Flock! (PS3)
Kategorie Gaming, erstellt am 27.04.2009 von Christian Klaproth
|
|
| |
Was ein bißchen nach schlecht gewordener Milch klingt, aber vom englischen Wort für Herde stammt, ist eine witzige Mischung aus Geschicklichkeits- und Knobelspiel, bei der es darum geht, kleine knuddelige Tierherden mit dem Lichtkegel einer fliegenden Untertasse in das Ufo-Mutterschiff zu scheuchen. Was dort mit ihnen geschicht entzieht sich meiner Kenntnis, denn ich bin Untertassen-Pilot und kein Wissenschaftler.
Das Spiel startet recht einfach und wird mit der Zeit immer komplexer. Ist es anfangs nur eine Frage des Geschicks, die Tiere zügig ins Mutterschiff zu leiten, kommen in späteren Levels (oder auch "Stufes", scheinbar wurde die deutsche Lokalisierung per Babelfish vorgenommen) Schalter, Sprungpads, Gehegetore, Lichtschalter und andere Elemente hinzu, die man benutzen oder kombinieren muss, da der direkte Weg zum Mutterschiff versperrt ist. Dabei enthält Flock neben seinem niedlichen Charme (ein bißchen im Stile von LittleBigPlanet) vor allem auch eine gehörige Portion Witz. So kann man Schafe beispielsweise durch Kontakt mit Wasser einlaufen lassen, so dass sie durch Zäune hindurchschlüpfen können. Hühner kann man aufscheuchen, so dass sie eine kurze Strecke fliegend zurücklegen. Kühe sollte man immer nur ein Stückchen anschieben und dann wieder in Ruhe lassen, da sie sonst durchdrehen und unkontrolliert alles über den Haufen rennen. Und Schweine sollte man großflächig um Schlammlöcher herumleiten, da sie sonst erstmal ein ausgiebiges Bad nehmen müssen. Denn: Das Spiel läuft natürlich unter Zeitdruck ab.
In jedem Level gibt es zwei Ziele, die man in einem Rutsch oder durch wiederholtes Absolvieren des Levels erreichen kann: Schafft man die Entführung der benötigten Tiere schnell genug, gibt es eine Bronze-, eine Silber- oder gar eine Goldmedallie. Entsprechend gibt es auch mehr Punkte für die Online-Rankings. In der Gegend befinden sich immer ein paar mehr Tiere, als man für die Level-Ziele benötigt. Das zweite Ziel besteht darin, eine perfekte Entführung hinzubekommen und alle Tiere ins Mutterschiff zu locken. Die Schwierigkeit dabei sind die vielen Gefahren, die unterwegs lauern: Abgründe, Gruben, Seen und der böse Wolf, der nachts sein Unwesen treibt und unbeaufsichtigte Tiere gerne mal verzehrt.
Kleine Gimmicks tragen ebenfalls zur Erheiterung des Spielers bei: So kann man in bestimmten Kornfeldern per Druckstrahl Kornkreise malen, um dadurch einen Zeitbonus zu bekommen. Schiebt man auf eine Liebeswiese ein männliches und ein weibliches Tier, gibt es spontan Nachwuchs und somit mehr zu entführen. Weiterhin kann man Sonderpunkte in Levels sammeln, in dem man per Saug- oder Druckstrahl der Untertasse, die Umwelt beeinflusst. Gefällte Bäume, plattgedrückte Kornfelder und umgeworfene Zäune bringen Zusatzpunkte.
Flock verfügt über eine Einzelspielerkampagne mit 55 Levels. Weiterhin stehen zahlreiche Multiplayer-Herausforderungen zur Verfügung, sowohl für kooperatives spielen, als auch für Matches gegeneinander. Leider gibt es keine Online-Unterstützung, so dass man Flock nur lokal mit zwei Spielern geniessen kann. Wem das aber nicht reicht, der darf sich im mitgelieferten Level-Editor austoben und seine Kreationen online für andere Spieler freigeben. Ebenso kann man sich zahlreiche Levels anderer Spieler herunterladen, spielen und bewerten.
Als Download-Titel ist Flock einer der teureren (14,99 EUR im PSN, vergleichbar wird der Preis bei XBLA sein), dafür ist es aber auch ein sehr umfangreiches Spiel. Abzüge gibt es für den fehlenden Online-Multiplayer-Part und die anfangs witzige, nach Level 20 aber extrem nervende Hintergrundmusik. Auf einer Skala von 0 bis 100, gebe ich dem Spiel 80 Punkte und stufe es als "empfehlenswert" ein. |
|
|
| |