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 Christian Klaproth (441 Einträge) Mai 2021 





   Review: Söldner-X 2 Final Prototype
  Kategorie Gaming, erstellt am 03.06.2010 von Christian Klaproth
 
 
Einer muss es richten. Einer muss sich opfern, die Welt zu retten. Einer alleine gegen die Übermacht der D'aarg. Das ist die Rolle des Kandidaten in  Söldner-X 2 Final Prototype, welches Ende Mai 2010 im Playstation Store für die PS3 veröffentlicht worden ist. Würde man bei diesem MMORPG doch durchaus eine erzählerisch tiefgehende Geschichte erwarten, sieht die Realität hinter der von mir heimlich umgedichteten Abkürzung in Gänze anders aus. MMORPG steht für Massive Multibullet Offline Reaction Proving Game. Das nämlich ist SX2. Während die Anzahl der Gegner, die sich gleichzeitig auf dem in 1080p gehaltenen Bildschirm tummeln, das Dutzend nur selten überschreitet, sieht es bei der Anzahl der gleichzeitig umherfliegenden Geschosse doch deutlich anders aus. Nicht selten fliegen hunderte von Kugeln, Strichen und Bällen um die blecherne Behausung des Spielers, der somit ständig in Bewegung bleiben muss, dabei noch aus allen Rohren feuern und optimalerweise auch gegnerische Fliegeobjekte treffen muss. Um die optischen, akustischen und haptischen (Rumble) Eindrücke noch um hektische und riskante Flugmanöver anzureichern, müssen zudem noch Waffenupgrades, Ringe und weitere Extras eingesammelt werden. Dass bei dieser Reiz-Detonation die Story eher in den Hintergrund rutscht und lediglich durch alibimäßig animierte Standbilder erzählt wird, ist nicht weiter tragisch und wird nach erstmaligem Begucken eh übersprungen.

Gegenüber der Schwierigkeit des Vorgängers Söldner-X Himmelstürmer zeigt sich SX2 einsteigerfreundlicher. Zwar sehen die Screenshots und Trailer zu SX2 alles andere als nach Renter-Halma aus, das Spiel ist dennoch leichter als der Vorgänger. Dies hängt mit den bereits weiter oben kurz erwähnten Ringen zusammen. Schießt man kleinere Gegnergruppen ab und / oder trifft und zerstört größere Gegner, verlieren diese Ringe am Explosionsort. Diese Ringe gilt es fix einzusammeln, da sie zum einen relativ schnell verschwinden (ein paar Sekunden fühlen sich wie eine Ewigkeit an, wenn man zwischen 50 umhersausenden Projektilen millimetergenau manövrieren muss), zum anderen füllen sie das Chain-Meter auf. Kurzer Flashback in den ersten Söldner-Teil: Hier wurde durch das alleinige abschiessen von Gegnern ein Balken gefüllt. Ab Erreichen eines bestimmten Füllstandes, musste die Schiffswaffe gewechselt werden, um die Waffe etwas stärker zu machen und gleichzeitig ein "Chain-Level" aufzusteigen. Nach zwei, drei, vier und später auch mehr Chains bekam man dann ein Extra vor den Warp-Antrieb geworfen, das man sich erhaschen konnte. Flash-wieder-forward: Im zweiten Teil entfällt das komplizierte Anzeige im Auge behalten und Waffen-Wechseln. Die eingesammelten Ringe füllen langsam den Balken während daneben eine kleine Uhr abläuft. Schafft man es, den Balken vor Ablauf der Uhr zu füllen, steige ich ein "Chain-Level" auf und entlasse ein vormals - wie die mit einer Angel vor dem Esel gehaltene Karotte - gefangenes Item in die Freiheit, dass ich mir alsdann greifen kann, auf dass ich davon profitiere. Im Prinzip heisst das: Ballern aus allen Rohren, der Rest kommt von alleine. Auch hier zeigt sich eine besondere Einsteigerfreundlichkeit gegenüber dem Prequel: Die Energie der beiden Basis-Waffen, die ständig verfügbar sind, entlädt sich bei Benutzung nicht mehr. So kann man angstfrei ballern, ballern, ballern, und muss sich nicht sorgen, die Waffe gezwungenermassen wechseln zu müssen. Aber halt: Eine kleine Finesse gibt es noch. Höre ich auf zu schiessen, lädt sich das Chain-Meter ebenfalls langsam auf. Blindes Dauerfeuer sollten Experten, oder solche, die es werden wollen, also lassen. Waffen-Upgrades sammelt man nun ebenso ein, wie Health-Packs, die das Schiff auf mystische Art und Weise im Flug reparieren.

Wie auch im Vorgänger, gibt es am Ende eines jeden Levels japanotypische Rankings von G wie "Geht so" über F wie Fersager bis A wie Alterschwede. Für ganz harte Kräcks gibt es noch den Rang S. Keine Ahnung, wofür das steht. Neu hingegen in SX2 ist, dass sich das Spiel dynamisch dem Ranking des Spielers anpasst. Wer sich also noch am Ende einer Welt darüber freut ein A oder S schmeichelnd unter die Nase gerieben zu bekommen, darf sich nicht wundern, wenn in der darauffolgenden Welt mehr und härtere Gegner auf ihn warten. Höhere Rankings sind allerdings auch einer der Schlüssel zu hohen Punktzahlen, wirkt sich der Rang doch unmittelbar am Levelende als Multiplikator auf die Punktzahl aus. Der zweite Schlüssel ist der anfangs eingestellte Schwierigkeitsgrad (zunächst Anfänger und Normal, später noch Schwer und Sehr schwer), der sich multiplizierend auf die Punkte auswirkt. Diese Schwierigkeitsdynamik wirkt sich übrigens in Echtzeit auch während eines Levels aus: Jederzeit darf ich, sofern ich die Augen soweit vom Zentrum des Geschehens abwenden kann, in der rechten oberen Bildschirmecke ablesen, welches Ranking ist gerade habe und ob die Tendenz eher steigend oder sinkend ist.

Als weitere spielerisches Element sind im zweiten Söldner die Challenges hinzugekommen. Dabei handelt es sich um spezielle Aufgaben, die ich mir im Verlauf des Spiels hart erarbeiten muss, um sie dann schwitzend bestehen zu dürfen. Eine Challenge besteht beispielsweise darin, die Welten 1 bis 3 zu überstehen, ohne ein einziges Schiff zu verlieren (eher einfach) oder die zweite Welt durchzuspielen, ohne schießen zu dürfen und dabei keinen Schaden zu nehmen (knüppelproppehart). Belohnt wird man für das Bestehen dieser Challenges teilweise mit einer Trophy, manchmal auch mit zusätzlichen Credits, neuen Waffen oder einem dritten Schiffstyp, der Kennern der Materie aus dem ersten Söldner-Teil bekannt vorkommen dürfte. Spätestens bei den Challenges hört die Einsteigerfreundlichkeit dann auf. Hier richtet sich das Spiel an die Profi-Zocker, die auch schon den ersten Teil auf "Schwer" absolvieren konnten.

Grafisch wird einiges auf die Mattscheibe geworfen. Dass das Spiel in nativen 1080p läuft, hatte ich bereits angedeutet und auch die schiere Menge der Objekte habe ich schon angesprochen. Was bleibt, ist die Tatsache, dass Gegner und Hintergründe einfach phantastisch aussehen. 2D-Gameplay trifft hier auf zeitgemäße 3D-Technik. Ob Weltraum, Eishöhle oder Unterwasserwelt, es sieht super aus und läuft die ganze Zeit absolut flüssig. Seine wahre Pracht entfaltet das Spiel allerdings erst dann, wenn man nicht selber gerade gebannt versucht, zu überleben. Dann nämlich verliert man gerne schonmal den Blick für optischen Schnickschnack. Glücklicherweise gibt es aber in SX2 den Replay-Modus. Dabei kann ich mir Spiele, deren Highscore ich ins PSN hochgeladen habe (was automatisch passiert, sofern ich angemeldet bin) in einer Wiederholung ansehen. Ja, richtig gelesen! Überhaupt kann ich mir alle Spiele zu hochgeladenen Highscores in voller Länge anschauen! Ein Manko gibt es dabei allerdings auch: Möchte ich mir anschauen, wie sich ein Kumpel in Welt 5 geschlagen hat, muss ich mir auch anschauen, wie er in den vier vorherigen Welten herumgedümpelt ist. Vorspulen oder Level-Anspringen gibt es leider nicht. Ebenso fehlt die Option, eine Wiederholung bei YouTube online zu stellen. Dafür gibt es diesmal auf der offiziellen Söldner-X 2 Homepage neben den Replays noch ausführlichere Statistiken.

Akustisch wird neben satten Soundeffekten wieder beste Kost von Rafael Dyll geboten, der bereits den Theme und die Musik zum ersten Teil beisteuerte. Auch diesmal gibt es den Soundtrack separat erhältlich.

Noch eine kleine Warnung an die Besitzer der Saurier unter den TV-Geräten: Das Spiel verwendet - speziell auf den Tutorial-Screens, die erklären, wie das Spiel funktioniert - eine recht kleine Schrift, die auf Röhrenfernsehern eher schlecht bis gar nicht zu lesen sein dürfte.

Trotz des für PSN Verhältnisse recht hohen Preises von 13 EUR (12,99 EUR für die Pfennigfuchser), lohnt sich der Kauf für Fans von Shmups oder des Vorgängers. Auch Neueinsteiger in das Genre dürften ihren Spaß haben. Wer sich denkt, lieber den erst kürzlich im Preis gesenkten Vorgänger zu holen, dem kann ich davon nur abraten, da er doch um einiges schwieriger ist, obgleich auch Söldner-X Himmelstürmer nach meinem Geschmack ein ausgezeichnetes Shoot'em Up ist. Der geneigte Leser muss bei der von mir gleich ausgesprochenen Kaufempfehlung berücksichtigen, dass ich vom Shmup-Genre seit je her angetan bin, war doch mein allererstes Videospiel auf einer eigenen Konsole  E.D.F. für das SNES. Also von meiner Seite gibt es eine Kaufempfehlung, und jetzt aus dem Weg, Ich muss die Welt retten!
 

Siehe auch...
Review: Darksiders (PS3)
Review: Uncharted 2 (PS3)
Review: Flock! (PS3)
Review: LittleBigPlanet (PS3)
Review: Eye of Judgment (PS3)
Review: Super Stardust HD (PS3)
Review: Ratchet & Clank Tools of Destruction (PS3)
Folgebeiträge...
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CasualNation Racers
Review: DeathSpank (PS3)
Review: Flight Control HD
Review: Dead Space Ignition
Review: resident evil 4 HD (PS3)
 


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